2017 – 600er – Sachsen

– schnelles, flaches Stück –

Die 600 in Sachsen, von Bennewitz auf den Brocken und wieder zurück, ist ebenso bekannt, wie die Berlin-Brocken-Berlin Rundfahrt. Allerdings wurde ich dieses Jahr, glücklicher Weise, damit verschont. Der Rest der Serie hatte zuvor schon deutlich Höhenmeter im Gepäck. Zum Ausgleich gab es dafür eine schnelle, flache Strecke. Lediglich die letzten 100 km ab Meißen wurden mit leichten Anstiegen bedacht. Der Rest erstreckte sich mehr oder weniger Eben vor uns aus.

Wie nicht anders zu erwarten, setzte sich das „Hauptfeld“ nach ca. 4 km ab und fuhr mit gefühlten 40 km/h voraus. Es wäre ein willkommenes Geschenk gewesen, ein paar Kilometer mit im Windschatten zu radeln, da der Gegenwind ganz am Anfang der Tour ganz erheblich Kraft kostete. Aber selbst ein solches Tempo im Windschatten zu halten, wäre für die noch bevorstehenden Kilometer Gift gewesen. Also bin ich ab Ortsausgang Bennewitz für mich alleine gestartet und habe probiert meinen Rhythmus zu finden. Nach knapp 15 km traf ich auf Wolf, der sich zusammen mit Reiner aus dem „Hauptfeld“ hat zurück fallen lassen. Und so kam es, dass Wolf und ich die nächste Tour zusammen bestritten. Da Reiner und Wolf schon deutlich mehr Brevets auf dem Zähler haben als ich, war es für mich um so interessanter, ein paar weitere „Ungeschriebene Regeln“ kennen zu lernen.

Dass beim Fahren in der Gruppe jeder seinen Beitrag leisten darf und vorne die Spitze führen sollte, ist bekannt und generell erst einmal nichts Neues. Neu war für mich, dass Wolf und Reiner sich ohne abzusprechen einig schienen, dass 25 km eine gute Distanz wären, um vorne zu fahren. Beide fuhren stets 25 km am Stück und ließen sich danach ans Ende der Gruppe fallen. Dem Konzept war nichts auszusetzen. Ich schloss mich dem Rhythmus an und probierte mich so gut es geht in die Gruppe einzubringen.

Der eigentliche Charme der Strecke bestand darin, dass nach knapp 200 km der Startpunkt erneut angesteuert wurde, um anschließend die nächsten 300 km durch die Lausitz zu starten.

Die Lausitz mit ihren ewigen Nadelwäldern und Tagebaugebieten ist per se ist immer eine Reise mit dem Rad wert. Die flachen Stücke gehen locker abzuspulen. Der Genussfaktor bei solchen Strecken ist daher besonders groß.

Von der Lausitz zurück nach Meißen, haben sich die letzten 50 km die sächsischen Charakteristika rund um Dresden bemerkbar gemacht. Die Höhenmeter nahmen stetig zu. Ab Meißen haben Gerd und Olaf dafür Sorge getragen, dass wir nicht einfach über die B6 nach Bennewitz jagen, sondern unseren letzten Prüfungsabschnitt im Muldental absolvieren. Landschaftlich ist die Gegend wahrscheinlich eine echte Augenweide, leider sind wir das Stück bei voller Dunkelheit gefahren. Eine Tagestour rund um Leisnig sollte ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

Alles in allem eine runde Sache. Die Qualifikation für die 1000 im Saarland war somit geschafft. Vor allem aber habe ich meine erste vollständige Serie absolviert und das auch gleich noch in Sachsen. Das erste große Jahresziel mit vier kleineren Etappen ist damit erreicht. Mit der 1000 im Saarland wird dann noch die Reifeprüfung abgelegt.

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